Geschichte wie Deutschland sich einigte
Nach der Abdankung Napoleons wurde aus Deutschland 1815 ein loser
Staatenbund der sog. Deutsche Bund gebildet.
Dieser Staatenbund bestand aus einer ganzen Reihe von an sich
selbstständigen Königreichen, Herzogtümern, Fürstentümern und Freien
Reichstädten. Jedes dieser Staatengebilde gab auch seine eigene Währung
heraus.
Die zwei mächtigsten Staaten dieses Staatenbundes waren Preußen und
Österreich.
1866 kam es zum Krieg zwischen Preußen und Österreich. Das bedeutete das
Ende des Deutschen Bundes.
Nach diesem Krieg den Preußen gewann, vereinigten sich die Norddeutschen
Staaten zum Norddeutschen Bund, den Preußen ganz klar dominierte.
Gleichzeitig buhlte Preußen unter Leitung von Bismarck um die Gunst
der süddeutschen Staaten Baden, Bayern und Württemberg, welche Preußen
im Krieg 1866 noch bekriegt hatten.
Der Erfolg war dann, dass diese drei süddeutschen Staaten gemeinsam
mit dem Norddeutschen Bund in den deutsch / französischen Krieg 1870 /
1871 gegen Frankreich zogen.
Am Ende dieses für Deutschland überaus erfolgreichen Krieges wurde am
18.1.1871 im Spiegelsaal zu Versailles das Deutsche Reich ausgerufen.
Die Währungen bis zur Einigung Deutschlands
Noch
immer gab es aber in Deutschland keine einheitliche Währung.
Im Süden Deutschland rechnete man nach Konventionstalern, Kronentalern,
Gulden sowie Kreuzern.
Im Norden, dominiert durch Preußen, nach Talern im "Graumannschen
Fuß".
So waren in Deutschland ganze sieben Hauptwährungssysteme im Umlauf.
Aber selbst nach Einführung der neuen Währung zu 1 Mark = 100 Pfennig
waren danach immer noch Taler und Heller im Umlauf.
So waren österreichische Vereinsthaler bis 1901 und die Taler (1 Taler =
3 Mark) deutschen Gepräges sogar bis 1907 gültig.
Als der Taler dann endgültig abgeschafft war, führte man das
Dreimark-Stück ein, das den Gegenwert zu dem so beliebten Taler besaß.
Auch Bayern musste mal wieder seinen Willen durchsetzen. Dort blieben die
Hellerstücke im Wert zu einem halben Pfennig weiterhin im Umlauf. Das war
in Bayern wichtig, da man so weiterhin einen besseren Spielraum in der Bewegung des Bierpreises
behalten wollte. Wahrscheinlich fürchtete man einen Volksaufstand,
wenn die Bierpreise um einen statt nur einen halben Pfennig erhöht
werden mussten.
Die alte Währung in unserer Alltagssprache
Auch heute noch ist uns diese alte sehr beliebte Währung im
Sprachgebrauch erhalten geblieben, obwohl keiner von uns jemals mit ihr
bezahlt hat:
- Wer den Pfennig nicht ehrt ist des Talers nicht wert
- Auf Heller und Pfennig
- Taler, Taler du musst wandern...
- Der Parkgroschen als Pedant zum Zehnerl
- Der Sechser als Pedant zum Fünfpfennigstück
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