Die Zeit vor dem 2. Weltkrieg 1933 - 1939
Am 30.1.1933 übernimmt Hitler das Amt des Reichskanzlers. In dem
ersten Kabinett sind anfangs nur 3 und ab dem 13.3.1933 4 Minister der NSDAP
enthalten. Dadurch erhoffen sich Hindenburg und Papen die wilde Bestie
Nationalsozialismus "zähmen" zu können.
Aber Hitler und sein Gefolge lassen das einmal geschickt taktierend und dann wieder mit
brutaler Überrumpelungstaktik nicht zu.
Statt dessen gelingt es
Hitler und seiner NSDAP innerhalb weniger Wochen "legal" in einem bislang
nie zuvor gesehenen Tempo, die
Macht voll an sich zu reißen und eine Diktatur zu errichten.
Am 1. Mai dürfen sich noch die Gewerkschaften über die Einführung des
1. Mai als dem Feiertag "Tag der Arbeit" freuen.
Am Tag darauf und im weiteren Verlauf des Mai 1933 werden alle Parteien und Gewerkschaften aufgelöst.
Bereits am 1.12.1933 kann die NSDAP als alleinige Staatspartei proklamiert
werden.
Hitlers Herrschaft ist ab dem Sommer 1934 absolut, nachdem er auch den
mächtigen SA Chef Röhm beim sog. Röhm-Putsch und weitere Widersacher ausschaltet und ermorden
lässt.
Als dann der greise Reichspräsident Hindenburg am 2.8.1934 stirbt,
lässt sich Hitler zum Führer und Reichskanzler ernennen und sich auf die
Reichswehr vereidigen. Er ist nun der absolute Herr und Diktator über
Deutschland, mit einer bislang in Deutschland einmaligen Machtfülle
versehen.
Diese Diktatur verfolgt von Anfang an ihre politischen Gegner und immer
mehr auch sogenannte minderwertige Rassen wie Juden und Zigeuner
gnadenlos. Die Rassenpolitik mündet schließlich im Laufe des zweiten
Weltkrieges in dem reinen Völkermord von Juden und Zigeunern.
Während dieser schreckliche Terror mehr oder weniger im Hintergrund
abläuft, hat Hitlers Politik vordergründig einige erstaunenswerte
Erfolge vorzuweisen.
Durch eine massive von oben verordnete Senkung der Löhne, große
staatliche
Investitionen in die Infrastruktur wie dem Autobahnbau und einer starken
Aufrüstung wird bis zum Jahr 1939 die Arbeitslosigkeit komplett
beseitigt. Im Sommer 1939 gibt es statt ehemals 6 Millionen gerade noch einmal 38.000 Arbeitslose.
Diese Wirtschaftspolitik, die in erster Linie auf eine konsequente Aufrüstung
ausgerichtet ist, lebt voll auf Pump. Wäre nicht der Krieg 1939
ausgebrochen, hätte das Dritte Reich wohl bald den Staatsbankrott
erklären müssen.
Wegen der ausgeprägten Rüstungspolitik und der geringen Löhne bleibt so
der Lebensstandard breiter Bevölkerungsschichten auf niedrigem Niveau.
Görings Parole "Kanonen statt Butter" beschreibt treffend die
damalige Lage.
Hitlers Außenpolitik strebt konsequent auf eine Revision des
Versailler Vertrages und der "Eroberung neuen Lebensraumes" im
Osten hin.
Durch das zurückhaltende Auftreten der beiden westlichen Großmächte
Großbritannien und Frankreich und deren Abrüstungspolitik ermuntert, kann
Hitler bis 1939 eine ganze Reihe außenpolitischer Erfolge erzielen.
Bereits 1933 verlässt Deutschland den Völkerbund und sondert sich so
von der Staatengemeinschaft ab.
1934 versuchen die österreichischen Nazis mit deutscher Unterstützung die Macht in
Österreich an sich zu reißen. Dabei wird der österreichische
Reichskanzler Dollfuss ermordet. Dank Italiens massiven Auftreten für die
österreichische Regierung scheitert dieser Putschversuch kläglich und
Hitler muss eine außenpolitische Niederlage einstecken.
1935 wird in Deutschland die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Der
Protest der Westalliierten bleibt trotz dieser massiven Verletzung des
Friedensvertrag von Versailles nur sehr schwach.
Aufmerksam verfolgt Hitler das inkonsequente Auftreten der Alliierten als
Italien brutal Abessinien überfällt. Die Boykott-Maßnahmen sind dabei
mehr als halbherzig und Deutschland kann nun als Blockadebrecher Italien
auf seine Seite ziehen, in dem es wichtige Güter nach Italien liefert.
Durch das "dekadent schwächliche" Auftreten der
westliche Demokratien ermuntert, rückt 1936 die Wehrmacht ins entmilitarisierte
deutsche Rheinland ein. Hätten nun die Alliierten massiv darauf reagiert,
hätten sich die noch sehr schwachen deutschen Truppen sofort mit Schimpf und Schande
kampflos zurückziehen müssen. So ein Misserfolg hätte sogar das Ende
von Hitlers Herrschaft bedeuten können.
1936 putscht der faschistisch orientierte Franco in Spanien und löst
den spanischen Bürgerkrieg aus, der bis zum Frühjahr 1939 anhält.
Franco
wird von Italien und Deutschland unterstützt, während die Sowjetunion
und sog. Internationale Brigaden die
sozialistische Gegenpartei in Spanien unterstützen. Die West-Alliierten
versuchen weitgehend neutral zu bleiben. Als jedoch italienische U-Boote
im Eifer des Gefechtes sogar alliierte Schiffe
versenken, setzen Großbritannien und Frankreich Italien stark unter Druck.
Dieses ungewohnt bestimmte Auftreten der Westmächte beeindruckt offensichtlich
auch Hitler und hält ihn 1936 und 1937
erst einmal vor
weiteren Expansionen ab. Derweil lässt er den Westwall ausbauen, um den
Rücken für eine Expansion im Osten freizubekommen und forciert
gleichzeitig die Aufrüstung Deutschlands. Bald kann er stolz den Briten
mitteilen, dass Deutschlands Luftwaffe nun schon stärker als die Groß
Britanniens sei.
1938 gelingt es ihm dann Österreich und das tschechische Sudetenland
einzuverleiben. Mit der Sudetenkrise führt er Deutschland an den Rand eines
Krieges. Nur das wiederholt schwächliche Nachgeben der Alliierten unter
der Führung des britischen Premiers Neville Chamberlain und eine
Vermittlungsaktion Mussolinis verhindern noch einmal den Krieg.
Im Frühjahr 1939 annektiert Hitler schließlich die restliche Tschechei
und das Memelland.
Nun sind auch dem letzten Politiker der Alliierten die Augen
so weit geöffnet, dass er erkennen muss, dass Hitlers Expansion nur mit Krieg Einhalt zu
gebieten ist.
Bereits seit März 1939 tritt das Dritte Reich mit Forderungen an Polen heran. Das
Deutsche Reich will die Freie Stadt Danzig angliedern und eine
exterritoriale Verbindung zwischen Ostpreußen im Korridor einrichten
lassen.
Polen bleibt jedoch hart und wird durch eine Garantiererklärung der
Alliierten in diesem Handeln gestützt.
Als Hitler der außenpolitische Coup mit einem deutsch sowjetischen
Nichtangriffspakt gelingt, in dem in einem geheimen Zusatzprotokoll die
Interessensphären in Europa zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen
Reich aufgeteilt werden, hat er alle Hände frei.
In den Morgenstunden des 1.9.1939 beginnt er mit dem Überfall auf Polen der
2. Weltkrieg.
Geldausgaben im Deutschen Reich von 1933 - 1939
Die Zeit im 2. Weltkrieg 1939 - 1945
| Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges werden alle
Kupfer- und Nickelmünzen eingezogen und stattdessen ziemlich
hässliche Ersatzmünzen aus Zink bis zum 10 Pfennigstück und
Aluminiummünzen beim 50 Pfennigstück herausgegeben. Dabei kommt
auch schon das vorsorglich 1935 geprägte 50 Pfennigstück aus
Aluminium zur Ausgabe. Der Hoheitsadler auf der Rückseite dieses
Geldstückes trägt noch kein Hakenkreuz. |
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Dieser 20 Reichsmarkschein, der noch kurz vor dem 2.
Weltkrieg ausgegeben wurde, zeigt das sinniger Weise das Bild einer
Österreicherin, da 1 Jahr zuvor Österreich "Heim ins Reich" geholt
wurde.
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(Bild von www.cgb.fr ) |
Dieser 5 Reichsmarkschein wurde 1942 mitten im 2.
Weltkrieg ausgegeben.
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(Bild von www.cgb.fr ) |
Die deutschen Truppen sind anfangs sehr erfolgreich
und erobern viele europäische Staaten wie z.B. Polen, Belgien,
Niederlande, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Griechenland und
Jugoslawien.
Diese Länder behalten in der Regel ihre Währung. Aber es werden
dort natürlich teilweise neue Münzen geprägt und neue Geldscheine
ausgegeben.
Für den Geldverkehr der Wehrmacht in den besetzten Gebieten mit
Beschränkungen wegen der Landeswährungen werden aber eigene
Geldscheine ausgegeben. Diese werden Verrechnungsscheine genannt.
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| In besetzten Staaten wie Polen, Norwegen und in den
Balkanstaaten, wo die Zahlungsmittel des besetzten Landes nicht mehr
ausreichen, gibt die Reichskreditkasse Geldscheine in
Reichsmarkwährung aus. |
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Wegen des Krieges mit der Sowjetunion ab Sommer 1941
erfolgt die Wende im 2. Weltkrieg.
Nach großen anfänglichen deutschen Erfolgen, die die Sowjetunion
mehrmals fast an den Rand des Zusammenbruches bringen, müssen die
deutschen Truppen speziell nach der Kesselschlacht bei Stalingrad
immer schlimmere und verlustreichere Niederlagen einstecken.
Ab April 1945 ist dann die Lage in den noch nicht besetzten
ausgebombten und ausgebluteten Gebieten so katastrophal, dass einige
Regionen Notgeld ausgeben müssen. So gibt z.B. das Sudetenland
zusammen mit Niederschlesien den rechts abgebildeten Geldschein
über 20 Reichsmark ab Ende April 1945 aus.
Nicht einmal 2 Wochen später endet der Zweite Weltkrieg in Europa
mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches am
8.5.1945.
Die alten Geldstücke und Geldscheine bleiben weiterhin im Umlauf.
Es kommen aber neue von den Alliierten Besatzungstruppen ausgegebene
Münzen und Geldscheine hinzu.
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