Einführung der Mark
Am
4.12.1871 wird vom Deutschen Reichstag das Gesetz zur Einführung
von Mark und Pfennig als Reichswährung verabschiedet:
In früheren Zeiten tauchte die Bezeichnung Mark nur als Gewichtseinheit
auf. So entsprach die Kölner Mark 233,855 g Silber.
Die Währung wird so festgelegt, dass 3 Mark dem alten Taler entsprechen,
der zum Teil noch bis 1907 gültig bleibt.
Als dieser endgültig abgeschafft wird, führt man 1908 als Ersatz das
Dreimarkstück ein.
Auch der Heller bleibt in Bayern noch im Wert von je einen halben Pfennig
gültig, damit in Bayern die Bierpreise variabler gehalten werden können.
Die Mark-Währung ist im Gegensatz zur Talerwährung aber eine
Goldwährung mit Dezimalteilung.
1 Mark ist dabei der zehnte Teil der
auszuprägenden Goldmünze (1 Krone = 10 Mark). Sie selbst wird in 90 %
igem Silber mit einem Feingewicht von 5 g Silber ausgeprägt.
Als Goldmünzen werden im Kaiserreich 10 Mark und 20 Mark-Stücke
geprägt. Über einem kurzen Zeitraum auch 5 Mark-Stücke in Gold. Diese
kleinen Goldstücke sind wegen ihrer Seltenheit heute meist mehr wert als
ihre größere Vettern.
Kolonien
Als dann Deutschland auch noch Kolonien erwirbt, wird die Mark
auch in den Kolonien teilweise als eigene Mark-Währung eingeführt.
So prägt u.a. Deutsch Neuguinea eine Guinea-Mark. Hier eine halbe Mark von
1894:

Die Mark bleibt als Goldwährung über die Jahre hinweg stabil.
Geldscheine des Kaiserreichs
Der erste Weltkrieg
1914 bricht jedoch der erste Weltkrieg aus. Durch das vermehrte
Drucken von nicht durch Goldreserven gedeckter Papiernoten verliert die Mark
immer mehr an Wert. Bereits am vierten Kriegstag dem 4.8.1914 wird die
Umtauschpflicht der Reichsbank von Silber-, Nickel- und Kupfermünzen in
Goldmünzen aufgehoben.
Auch
die Münzen mit edlen Metallen werden immer mehr aus den Verkehr gezogen.
Zuerst sind die Nickelmünzen wegen des kriegswichtigen Nickels dran, dann
auch die Gold-, Silber und Kupfermünzen. Satt dessen werden Ersatzmünzen
in hässlichen Ersatzmetallen wie Eisen oder Zink geprägt. Lediglich das
mit dem damals noch neuen Metall Aluminium ab 1917 geprägte 1
Pfennigstück ist halbwegs ansehbar.
Als letzte Silbermünze wird das Halbe Mark Stück noch bis 1919 geprägt.
Ab 1917 etwa wird dieses absichtlich geschwärzt, um das Hamstern der
Silbermünzen zu verhindern. Diese Aktion war wohl sehr erfolglos, da man noch heute viele dieser Stücke preiswert in bester Erhaltung
käuflich erwerben kann. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass
diese Münzen trotzdem weiter gehamstert wurden und daher kaum im Umlauf waren.
| Münzen aus der Kriegszeit |
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Das Deutsche Reich besetzt im Laufe des 1. Weltkrieges mehrere Länder
wie Polen und Rumänien.
So wird Ende 1916 in Polen eine Polnische Landesdarlehenskasse gegründet.
Diese gibt ab 1917 Geldscheine mit der polnischen Marka als
Währungseinheit aus. Dabei entspricht 1 Marka einer Mark des Deutschen
Reiches.
| 100 Marek, Deutsche Besetzung Polen |
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Anfang 1918 dringt Deutschland tief nach Russland vor. In diesen
Gebieten werden Darlehenskassenschein in Markwährung ausgegeben:
| 1 Mark, Deutsche Besetzungsgebiete in Russland 1918 |
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