Inflation 1919 - 1923
Am Ende des 1. Weltkrieges bricht im November 1918 im Deutschen Reich
eine Revolution aus, in deren Folge in kürzester Zeit der Deutsche Kaiser
und alle anderen Monarchen der deutschen Bundesstaaten zurücktreten
müssen.
Phlipp Scheidemann ruft am 9.11.1918 in Berlin die Republik aus.
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Erster Geldschein der Weimarer Republik. 50 Mark vom 30.11.1918 |

(Bild von www.cgb.fr ) |
Die ersten Jahre dieser Republik werden bis Ende 1923 von riesigen
wirtschaftlichen und politischen Krisen bestimmt, die zeitweise in eine
bürgerkriegsähnliche Situation ausarten. So formiert sich auch die erste
neue Regierung nicht im unruhigen Berlin, sondern im ruhigeren Weimar.
Daher der Name Weimarer Republik.
Die junge Republik hat durch den 1. Weltkrieg und den Reparationen, die
die Siegermächte in Folge des Versailler Vertrages vom Deutschen Reich
fordert, einen riesigen Schuldenberg angehäuft. So waren im 1. Weltkrieg
Kriegsanleihen ausgegeben worden. Die Zinszahlungen übersteigen nun das
Bruttosozialprodukt der stark geschwächten Wirtschaft.
Die Regierung wirft nun immer stärker die Notenpresse an.
Anfangs
werden auch noch Aluminum-Münzen gepägt. Bereits die 200 und 500 Mark -
Stücke werden nur noch produziert, damit die Arbeiter in den
Münzprägeanstalten eine Beschäftigung haben. Diese Münzen sind zur
Zeit der Prägung bereits so wertlos, dass man gar nichts mehr für sie bekommt.
1922 scheitert die Wirtschaftspolitik des Reichskanzlers Wirth endgültig
an der Reparationsfrage. War am 1.1.1922 1 US - Dollar bereits 90 Mark
wert, so müssen am 1.7.1922 bereits 400 Mark für einen US Dollar gezahlt
werden. Am 1.1.1923 sind es dann bereits 9000 Mark (siehe
Tabelle).
Als dann 1923 Deutschland seinen Reparationsverpflichtungen überhaupt
nicht mehr nachkommen kann, marschieren belgische und französische
Truppen ins Ruhrgebiet ein. So fällt Deutschlands wichtigstes
Industriegebiet als staatliche Einnahmequelle aus. Ab
nun ist die Inflation nicht mehr zu stoppen.
Am 1.6.1923 müssen bereits 100.000 Mark für einen US Dollar hingelegt
werden. Das ist aber noch gar nichts was in den nächsten Wochen tag /
täglich passiert.
Die
Arbeiter empfangen nun jeden Morgen ihren Lohn Waschkörbeweise mit
Banknoten gefüllt. Sie rennen darauf sofort zum Einkaufen, da es abends
bereits fast nichts mehr dafür gibt. Derweil rattern 1723 Pressen Tag und
Nacht auf Hochtouren, um mit dem Drucken von Geldscheinen überhaupt
nachzukommen. Viele Scheine werden einfach mit neuen Wertzahlen
überdruckt und Städte, Gemeinden und allerlei Banken geben unzählige
Notgeldscheine aus.
Ende November 1923 sind alleine 700 Notgeld-Trillionen im Umlauf und der
Dollar hat einen Kurs von 4,2 Billionen Mark erreicht. Ein Laib Brot
kostet Anfang November 1923 etwa 580 Milliarden Mark.
In dieser Zeit verliert die Masse der deutschen "Milliardäre" sämtliche
Ersparnisse, während einige wenige Kluge, die die Lage richtig erfasst
haben märchenhaft reich werden.
Diese in der deutschen Geschichte bislang einmalige wirtschaftliche
Katastrophe wirft sämtliche gesellschaftlichen Lebensregeln über Bord
und macht die junge Republik noch anfälliger für autoritäre
Umstürzler.
Aufstand der Kommunisten und der Nazis im Spätherbst 1923
Aufstand der Kommunisten Oktober 1923
So kommt es im Oktober 1923 zu heftigen kommunistischen Unruhen in
Hamburg.
Ursprünglich wollte die von Moskau gesteuerte KOMINTERN (Kommunistische
Internationale) die Unruhen im Ruhrgebiet im Sommer 1923 für einen
kommunistischen Aufstand in Deutschland nutzen. Sie und die KPD lassen
aber die für die Kommunisten günstige und chaotische Situation im Sommer
verstreichen. Erst als sich im Oktober 1923 mit der Regierung Stresemann,
die die vorherige gescheiterte Regierung Cuno ablöst, eine erste
Entspannung der Krise abzeichnet, planen die Kommunisten mit einer
Oktoberrevolution in Deutschland zu zu schlagen.
In einem ersten Schritt tritt die KPD am 10.1.1923, in die von der SPD
geführten "roten" Landesregierungen von Sachsen und Thüringen ein.
Die Minister der KPD zeigen sich aber zum Ärger der KOMINTERN als zu
gemäßigt und bürgerlich.
So schlägt Fritz Heckert als kommunistischer Wirtschaftsminister von
Sachsen vor, den königlichen Karpfendeich in Dresden leer zu fischen und
die Ausbeute an Arbeitslose zu verteilen. Mehr als einen Lacherfolg wird
er durch diese Aktion wohl nicht geerntet haben.
Der thüringische, kommunistische Minister Alwin Tenner eröffnet dagegen
eine "energische Kampagne". Jedoch weder gegen Nazis noch Großkapital
sondern gegen die Rattenplage, die den thüringischen Bauern zu schaffen
macht.
Trotz dieser gemäßigten Politik der KPD lässt die Reichsregierung in Sachsen und Thüringen die Koalitionsregierung aus KPD und
SPD mit Gewalt "liquidieren". Der russische Chef der KOMINTERN
Sinowjew rät nun zum kommunistischen Aufstand und Revolution.
Die KPD die zuerst einmal einen Generalstreik plant, wird jedoch bald
ernüchtert, da sie bei Gewerkschaften, SPD und USPD keinen Rückhalt
findet.
Im letzten Augenblick bläst sie den Aufstand ab. Es sind aber schon Boten
unterwegs die das Signal zum Aufstand geben sollen.
So kann der Bote der nach Hamburg unterwegs ist, nicht mehr zurück
gehalten werden. Am 23.10.1923 bricht dieser schließlich aus und wird
innerhalb von drei Tagen von Polizei und Reichswehr niedergeschlagen.
Aufstand der Nazis November 1923
Nur kurze Zeit später will sich im rechts gerichteten Bayern, an dessen Grenzen zum "roten"
Thüringen fast Zustände wie zwischen zwei sich miteinander im Krieg
befindlichen Staaten geherrscht haben, der
bayerische Generalstaatskommissar Ritter von Kahr mit Unterstützung
rechtsgerichteter Bewegungen in München von der Regierung in Berlin
lossagen. Er plant wohl mit Bayern einen unabhängigen und
nationalistischen Staat unter seiner diktatorischen Führung.
München ist zu dieser Zeit Hochburg rechts gerichteter Nationalisten,
bayerischer Separatisten und der noch jungen 1919 in München gegründeten
NSDAP.
Diese Ziele von Kahrs ermutigt schließlich am 9.11.1923, am Höhepunkt der Inflation, Adolf
Hitler zu einem Putsch, der durchaus gelingen hätte können, wenn von Kahr "mitgespielt" hätte.
Hitler will nach der Machtergreifung in München wie Mussolini ein Jahr
zuvor bei seinem Marsch auf Rom nach Berlin marschieren und so die
diktatorische Macht in Deutschland übernehmen.
Von Kahr schreckt wohl vor den weit reichenden Konsequenzen zurück und ist
wohl auch nicht geneigt die Macht mit Hitler und seinen Anhängern zu
teilen. So veranlasst der vermeintliche Verbündete von Kahr, dass
der Aufstand beim Marsch auf die Feldherrn Halle in München blutig nieder
geworfen wird.
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Wertvoller 20 Billionenmarkschein von Anfang 1924 als es auch schon
die Rentenmark = 1 Billionen Mark gab |

(Bild von www.cgb.fr ) |
Ende der Krise und Inflation
Nur der großen Leistung der Regierung Stresemann und der nachfolgenden
Regierung mit Wirtschaftexperten wie Helferich, Hilferding, Hjalmar
Schacht und dem Wirtschaftsminister Luther ist es endlich zu verdanken,
dass das Ruder Ende 1923 noch einmal umgeworfen werden kann.
Die Währung
wird neu geordnet. Mit der Ausgabe der Rentenmark (1 US $ = 4,20 Rentenmark)
ist die
Inflation beendet.
Viele
Scheine dieser Zeit überleben diese Zeit, da sie in Unmassen gedruckt wurden und so
mancher aus Sentimentalität diese Scheine aufhob. So sind auch noch heute von den
gängigen Werten viele Scheine in guter Erhaltung zu günstigen Preisen zu bekommen. Dies
gilt aber nicht für alle Sorten. So muss für den Schein mit der höchsten Nominale von
100 Billionen Mark = 100.000.000.000.000 Mark, die je in Deutschland ausgegeben wurde,
schon ein hoher vierstelliger EURO-Betrag ausgegeben werden.
Informationen zum Wert von deutschen
Inflationsscheinen und mehr
"Goldene" Zwanziger - 1924 - 1929
| Mit Ausgabe der Rentenmark 1924 und den
Rentenpfennigen kann endlich die große Inflation und die
Wirtschaftskrise vorübergehend überwunden werden. |
Rentenpfennige |
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Der erste Rentenmarkschein vom 1.11.1923 |

(Bild von www.cgb.fr ) |
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Wertvoller 50 Rentenmarkschein vom 1925 |

(Bild von www.cgb.fr ) |
| In diesen 6 Jahren treten für mal gerade sechs Jahre
eine gewisse Stabilität und halbwegs normale Verhältnisse ein. Aus
diesem Grund wird diese Zeit "Goldene Zwanziger" genannt.
Dieser Ausdruck ist aber wohl mehr für die Bevölkerung der USA
während dieser Zeit zutreffend. Die doch recht arme Masse der
deutschen Bevölkerung hat zu dieser Zeit immer noch nicht mal
annähernd den
"Wohlstand" der spät wilhelminischen Zeit um 1913
erreicht. |
1 Rentenmark. Dieser Schein wurde auch noch im Dritten Reich
ausgegeben |
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Medaille mit Paul von Hindenburg, die 1927 von der Reichsbank
ausgegeben wurde |
Trotz dieser relativ ruhigen Lage wechselt alle paar
Monate ein Regierungskabinett das andere ab. 1925 stirbt
bereits der erste Reichspräsident Ebert. Als Nachfolger wird die
Symbolfigur der ehemaligen Monarchie, der Feldmarschall Paul von
Hindenburg, sozusagen als deutscher "Ersatzkaiser"
gewählt. Da der Reichspräsident in der Weimarer Republik eine
ähnlich weitreichende Macht wie der Präsident der USA hat, wird
das in der Folge der kommenden Weltwirtschaftskrise die
"reaktionären" Kräfte, als dessen Repräsentant sich von
Hindenburg fühlt, immer mehr stärken. |
| Nach der Einführung der Rentenmark wird im
August 1924 parallel zur bereits bestehenden Rentenmark die
Reichsmark im Kurs 1:1 zur Rentenmark eingeführt. Die Reichsmark
bleibt über die Zeit des 2. Weltkrieg hinaus bis 1948 die deutsche Währung. |
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Wertvoller 10 Reichsmarkschein vom 11.10.1924 |

(Bild von www.cgb.fr ) |
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Wertvoller 1000 Reichsmarkschein vom 11.10.1924, den wohl
seinerzeit nur wenige Personen zu Gesicht bekamen, da 1000 Reichsmark
damals sehr viel Geld war. |

(Bild von www.cgb.fr ) |
1925 ist es endlich wieder so weit, dass Deutschland
auch wieder Sonderprägungen in Silber herausgibt.
Dies sind eine ganze Reihe von 3 Mark und 5 Mark Münzen.
Eine echte Rarität ist dabei das 5 Mark Stück das 1932 zu
Goethes 100. Todestag herausgegeben wird. In unzirkulierter
Erhaltung und je nach Münzbuchstabe ist diese Münze heute 3000 -
3500 EUR wert. |

Sonderausgabe 3 Reichsmark Walter von der
Vogelweide 1930 |
Der "Schwarze Freitag" und die Große
Weltwirtschaftskrise 1929 - 1933
Die Wirtschaftskrise
Der "Schwarze Freitag" am 25.10.1929 an der Wallstreet löst
die wohl schlimmste Welt-Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts aus.
Der Aktienindex der Industriewerte an der Wallstreet rutscht von 459
Punkte im Jahr 1929 bis auf 58 Punkte im Jahr 1932 ab.
Gleichzeitig sinkt die Industrieproduktion in den USA von 1929 bis 1932 um
sage und schreibe 54 %.
Die deutsche Wirtschaft wird von dieser Krise ganz besonders hart
getroffen, da sie wegen der noch immer anstehenden Reparationszahlungen
wegen des 1. Weltkrieges stark auf Kredite speziell von den USA angewiesen
ist. Diese bleiben nun in der Folge aus.
Die Sparpolitik des Reichskanzler Brüning versucht zwar ab 1930 dem
gegenzusteuern, aber diese Wirtschaftspolitik schädigt die deutsche
Wirtschaft noch mehr, da die nötigen Investitionen zu einer
Wiederankurbelung der Wirtschaft ausbleiben. So steigt nun die Zahl der
Arbeitslosen in Deutschland von ziemlich genau 1 Million im Sommer 1928
auf bis zu über 6 Millionen Arbeitslosen im Winter 1932. Die Dunkelziffer
liegt wohl noch darüber, da bereits viele ihren Anspruch auf
Arbeitslosengeld verloren haben und in der Statistik nicht mehr geführt
werden.
Unter
Brünings Regierung wird 1932 für die Geschichte der deutschen Mark
einmalig ein Vierpfennigstück eingeführt. Dabei müssen bei jeder
Lohnzahlung in der Wochenlohntüte 2 Mark in Vierpfennigstücken
ausbezahlt werden. Brüning erhofft sich so ein neues Preisbewusstsein in
dessen Folge die Händler die Preise senken werden. Diese Politik fördert
aber nur die negative Wirtschaftslage, die Deflation und verhinderte damit
jeden wirtschaftlichen Aufschwung.
Die Vierpfennigstücke werden zur unbeliebtesten Münze Deutschlands und
werden als "Brüning-Taler" oder auch "Armer Heinrich"
in Anspielung auf Brünings Vornamen verspottet. Kurze Zeit später wird
diese unbeliebte Münze wieder aus dem Verkehr gezogen.
Im Gegensatz zu früher ist diese Münze heute sehr beliebt und ist in
unzirkulierter Erhaltung heute je nach Münzbuchstabe 20 - 35 EUR wert.
Im Verlauf der Wirtschaftskrise finden radikale und undemokratische
Parteien wie die NSDAP und die KPD einen stürmischen Zulauf.
Bereits bei den Reichstagswahlen 1930 können die Nazis mit einem
Erdrutschsieg die Anzahl Ihrer Reichstagssitze von vorher 12 auf 107
nahezu verneunfachen. Aber auch die KPD legt mit 23 Sitzen von 54 auf 77
Sitze 1930 zu.
Damit ist es bereits 1930 fast unmöglich und ab 1932 schließlich auch
rein rechnerisch unmöglich für einen demokratischen Reichskanzler eine
Regierungsmehrheit im Parlament zu finden.
So sind nun die Reichskanzler ab Brüning gezwungen mit Hindenburgs
Segen und des für den Reichspräsidenten vorgesehenen
Notstandsparagraphen unter Ausschluss des Parlamentes ihre
Regierungsgeschäfte zu führen. Das ganze läuft so mehr und mehr auf eine
Art Präsidialdiktatur hinaus.
Krimi im Jahr 1932
Das Jahr 1932 ist von Dauerkrisen und einem Dauerwahlkampf gezeichnet.
So finden im Frühjahr 1932 zwei Wahlgänge zur Reichspräsidentenwahl
statt. Hitler scheitert dabei klar gegen Hindenburg.
Bei den Reichstagswahlen am 31.7.1932 gewinnen die undemokratischen
Parteien NSDAP, KPD und DNVP 60 % der Reichtagssitze.
Im November folgt eine weitere Reichstagswahl bei der zwar die Nazis
heftig Federn lassen müssen, aber die undemokratischen Parteien wieder
über 60 % der Sitze erringen. Bei diesen permanenten Wahlkämpfen führen
die radikalen Parteien mit ihren Straßenkämpfen Deutschland an den Rand
eines Bürgerkrieges.
Der 30.5.1932 - Ein Wendestein der Geschichte
Derweil wird der greise und wohl schon etwas verkalkte Reichspräsident
v. Hindenburg immer stärker von einer "Kamarilla" um seinen
Sohn Oskar, dem General v. Schleicher und den ostelbischen Junkern
(angeführt von v. Oldenburg-Januschau) politisch beeinflusst.
Besonders die Junker verdächtigen Brüning "argrarbolschewistischer"
Neigungen, da er arme landlose Bauern auf Brachflächen östlich der Elbe
ansiedeln möchte. Da Hindenburg selbst riesige Landgüter im Osten
besitzt und Guts-Nachbar von Oldenburg-Januschau ist , lässt er
verschreckt Brüning am 30.5.1932 wie eine heiße Kartoffel fallen.
Brüning steht zu dieser Zeit bei Verhandlungen in Genf ganz knapp vor
einem riesigen außenpolitischen Erfolg, bei der es um die Revision des
Friedensvertrags von Versailles geht. So klagt dann auch Brüning später,
dass er "Hundert Meter vor dem Ziel" gescheitert sei.
Churchill schreibt darüber später folgendes in seinen Memoiren:
"Der neue franz. Ministerpräsident erklärte sich zur Besprechung
der in Genf erreichten Formeln bereit. Norman Davis erhielt den Auftrag,
dem deutschen Reichskanzler nahe zu legen, unverzüglich nach Genf zu
fahren. Brüning empfing diese Nachricht am frühen Morgen des 30. Mai ...
Eine solche Regelung hätte Brünings Stellung selbstverständlich zu
triumphaler Höhe erhoben"
Das Ende der Republik
Stattdessen übernimmt nun unter dem neuen Reichskanzler von Papen ein
sog. "Kabinett der nationalen Konzentration" auf Hindenburgs
Notparagraphen gestützt die Regierung. Dieses als "Kabinett
der Barone" verspottete Kabinett ist nun das ausführende Organ einer
schwächlichen Präsidialdiktatur und wird vielleicht von etwa 10 % der
Reichstagssitze unterstützt.
Papen versucht zuerst sich Hitler anzunähern und hebt das Verbot der SA
und SS auf. Dadurch erreichen die Straßenkämpfe zwischen
Kommunisten und Nazis einen neuen Höhepunkt. Alleine in Preußen gibt es
in 5 Wochen im Juni und Juli 1932 an die 100 Tote.
Ebenfalls im Juli 1932 stürzt er staatsstreich-ähnlich die demokratische
gewählte Landesregierung von Preußen.
Bereits im August 1932 beendet Papen aber die Annäherungsversuche an
Hitler.
Im September 1932 lässt Papen den Reichstag per Notstandsverordnung
auflösen. Zuvor wird ihm aber noch die schwerste Niederlage bei einer
Abstimmung in der gesamten deutschen Parlamentsgeschichte verpasst. Er
erhält 42 gegen 512 Stimmen.
Bei den Wahlen im November verliert die Nazi-Partei erstmals viele
Stimmen. Ein Umschwung liegt in der Luft.
In dieser Situation versucht Papen mit seinen Ideen einen autoritären
Staat zu bilden, das Ruder umzudrehen. Er möchte auf Reichswehr und
Reichspräsident gestützt die Rechte des Parlamentes beschneiden, NSDAP
und KPD und evt. weitere Parteien verbieten, den Reichspräsidenten zu
einem Art Kaiser erheben und wie es Oldenburg-Januschau so treffend
ausdrückt "dem deutschen Volk eine Verfassung einbrennen, dass ihm
Hören und Sehen vergeht".
Derweil intrigiert der öffentlichkeitsscheue v. Schleicher im
Hintergrund gegen v. Papen, da er sich nicht mehr mit der Rolle als graue
Eminenz im Hintergrund mehr begnügen möchte. Es stellt sich nun mehr und
mehr heraus, dass er Papen nicht wie eine Marionette lenken kann.
Hindenburg selbst gehen Papens Ideen zu weit, da er auf die Verfassung
vereidigt ist und in seinem Treuedenken nicht meineidig werden möchte.
So greift er gerne Schleichers Idee auf die NSDAP zu spalten, in dem er
die links gerichteten und gegen Hitler gewandten Kreise der NSDAP um Strasser mit an der Regierung beteiligen möchte.
Dieser Spaltungsversuch scheitert an Hitlers energischem Auftreten.
Schleicher versucht sich nun den demokratischen Parteien, Gewerkschaften
und der SPD anzunähern. Diese Linkstendenz nutzt der kürzlich abgesetzte
Papen mit seinem Einfluss beim Präsidenten aus, um von Schleicher als
Bolschewisten o.ä. zu verunglimpfen. Schleicher wird dadurch beim
Reichspräsidenten untragbar.
Papen verhandelt nun mit Hitler. Er möchte wieder Kanzler werden und
Hitler zum Vizekanzler ernennen lassen. Hitler besteht aber darauf Kanzler
zu werden. So verfolgt Papen eine neue Strategie. Er möchte Hitler als
Kanzler in ein Kabinett einrahmen, das von ihm genehmen Ministern umringt
ist und so das Enfant Terrible Hitler zähmen.
Hindenburg hat aber immer noch starke Bedenken Hitler zum Kanzler zu
ernennen. Hitler setzt nun die Familie Hindenburg unter Druck sie wegen
der skandalösen Steuerhinterziehung bei der Übertragung des Gutes
Neudeck und dem Staatsstreich in Preußen im Juli 1932 öffentlich
anzuklagen.
Außerdem ist den Nazis bekannt geworden, dass Hindenburgs Sohn Oskar, der
stark an den politischen Entscheidungen seines Vaters mitwirkt, durchaus
dem "männlichen Geschlecht zugeneigt" sein soll.
So geht dieses Schattenboxen und Intrigenspiel hinter den Kulissen noch einige Tage hin und her bis mit der Ernennung Hitlers zum
Reichskanzler am 30.1.1933 die Weimarer Republik endet und mit dem Dritten
Reich Deutschlands finsterste Epoche beginnt.
Geldscheine und Münzen der Zeit von 1929 - 1932
Das Bild der kleinen Kursmünzen wird im wesentlichen schon gegenüber
den Vorjahren eingehalten.
Die Auflagen gehen aber in Folge der Krise stark zurück.
Aber es kommen auch neue Scheine und Münzen
dazu wie folgende Bilder auszugsweise zeigen:
| Diese zwei Geldscheine zu 10 und 20 Mark werden 1929
zum Beginn der Weltwirtschaftskrise ausgegeben. Sie werden aber auch
noch später gedruckt. Von 1945 gibt es sogar eine Ausgabe mit
anderem Wasserzeichen. |
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Während der Wirtschaftskrise wird der
Eichbaum-Fünfer als 5 Mark-Kursmünze ausgegeben. Bei genauem
Hinsehen kann man einige verdorrte Äste erkennen, welche die wegen des 1.
Weltkrieges abgetretenen deutschen Gebiete symbolisieren.
Diese Münze ist heute bei Sammler sehr begehrt und kostet in guter
Erhaltung meist einen dreistelligen EURO-Betrag. |
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